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Stimmen zum Janus-Seminar Teil 2 |
Lesen Sie hier weiter, was
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Janus-Seminare geschrieben haben! Die Texte
wurden gekürzt und zum Zwecke des Persönlichkeitsschutzes leicht abgeändert.
Alle Namen sind erfunden. Die Betreffenden sind mit dieser Publikation
einverstanden.
Reto, 45,
Kaufmännischer Angestellter
Diese echte Begegnung mit
fremden Menschen war für mich eine grosse Überraschung und sehr wertvoll,
geprägt von grossem Vertrauen und einer Offenheit, wie ich es noch nie erlebt
habe. Durch den gegenseitigen Austausch und die Übungen konnte ich sehr viel
empfangen und auch geben. Es war für mich erstaunlich, wie genau mich die
anderen wahrnahmen und kannten, oft besser als ich mich selber. Noch wichtiger
war für mich, dass ich in mich geschaut und versucht habe, mich besser zu
verstehen, mich zu finden und zu merken, was alles in mir steckt. Ich konnte
weiter gehen, als ich es mir vorher vorgestellt hatte. Das Janus-Seminar hat mir
geholfen, mich vorwärts zu tasten und mich zu sehen, wie ich bin. Ich bin nicht
klein und schwach und der Vater gross und stark.
Verena hat gesagt, das zu machen, was man wolle sei nicht dasselbe wie das zu
machen, was man brauche. Das ist der Punkt, das gefällt mir. Auch was sie zu den
Gegensätzen gesagt hat, gefällt mir: Jeder habe verschiedene Seiten in sich, die
sich mal mehr und mal weniger zeigen. Ich habe immer gedacht, ich müsste mich
für eine Seite entscheiden und bin froh, das zu hören und hoffe, besser mit
meinen Gegensätzen leben zu können.
Das Feuer mache ich in unserem Wald, kurz vor dem Felsen. Es ist ein schöner,
kalter Wintertag. Schnell habe ich ein grosses Feuer. Ich schaue in den Fluss,
in den Wald, niemand stört mich, nur die Vögel reden miteinander. Um 16.00 Uhr
werfe ich jeden Zettel einzeln ins heisse Feuer, vorher lese ich sie noch
einmal. Das Feuer zerfrisst sie blitzschnell, zuerst bleibt noch etwas Schwarzes
vom Papier übrig, aber nur kurz, dann sind sie verschwunden.
Ich fühle mich gut und glücklich, denke an Verena und die anderen. Wo machen sie
wohl ihr Feuer? Meine Ängste, panischen Ängste, sind vom Feuer gefressen worden,
sie sind nicht vergessen, sie gehören zu mir, aber sie können mir nichts mehr
anhaben, sie stehen mir nicht mehr im Wege.
Ich schaue noch dem Spiel der Flammen zu und nach anderthalb Stunden ziehe ich
durch den Wald heimwärts. Am nächsten Morgen gehe ich nochmals zu meinem Feuer,
die Asche ist immer noch warm, es war ein starkes Feuer.
Petra, 44, Psychiatrieschwester
Das, was ich heute gemacht
habe, ist bisher undenkbar gewesen. Nun habe ich es gemacht. Ich spüre Erstaunen
und Erleichterung darüber, dass ich es gemacht habe und dass ich das Ziel
getroffen habe. Hier habe ich den ersten „Narrensprung“ gemacht, indem ich über
meine Vorstellungen hinausgegangen bin und gemerkt habe, dass ich mich selber
schützen und mich für mich wehren kann.
Zu meinem zweiten „Narrensprung“: Pedro steht vorne und teilt uns mit, dass er
soeben von der Beerdigung seines Vaters komme. Jetzt möchte er den Schneewalzer
für ihn singen. In diesem Moment taucht das Gesicht meines Vaters vor mir auf,
lächelnd, wohlwollend und mit Freude darüber, mich zu sehen. Ich bin tief
berührt, bewegt, mein Herz ist voller Freude, ganz nah ist mein Vater mir
gewesen. Das Ganze kann ich nicht fassen, nicht erklären, es ist einfach so
passiert – zum Glück. Mir fehlen die treffenden, starken Worte um all die
Gefühle zu beschreiben.
Letzter Abend, letzte Übung: Ich spüre sehr viel Energie, Wärme, ja Hitze. Es
kitzelt mich am ganzen Körper, ich beginne zu lachen, zu grölen, Tränen rollen
über meine Wangen, mich schüttelt es vor lachen. Ich weiss nicht, was der
Auslöser ist. ... Und ich lache, lache, lache, ich, der Lachsack vom
Südwestfunk. Dieser Abend ist für mich die Krönung vom ganzen Janus-Seminar!
Stefan, 32, Mathematiker
Das Gespräch mit Mona und
Christine hat mir sehr gut getan. Es hat mich tief beeindruckt, dass wir so
offen sein konnten. Es war befreiend zu sehen, wie „normal“ ich doch bin und zu
sehen, dass die andern mit den gleichen Themen beschäftigt sind, über ähnliche
Sachen nachdenken, ähnliche Fragen haben ... Es hat mir sehr gut getan, dass
Christine so offen war. Ich hatte das Gefühl, von der kann ich noch was lernen,
von der kann ich mir noch was abgucken, Mensch, die traut sich was. So konnte
ich einfach und frei von mir erzählen, ohne das Gefühl, mich zurücknehmen oder
zensieren zu müssen.
Ich hätte nie gedacht, dass es mir so schwer fällt, Komplimente anzunehmen. Ich
konnte das kaum aushalten. So richtig aufgefallen ist mir das bei zwei Sachen,
die Verena zu mir gesagt hat. Einmal, als sie gesagt hat, ich sässe da wie ein
Indianer, sehr männlich, ein anderes Mal, als sie gesagt hat, ich könnte wohl
zwei Frauen vertragen. Das hat mir einerseits wahnsinnig gut getan, aber
andererseits „musste“ ich beide Male sofort irgend etwas total Albernes machen –
eben so, als könnte ich so was kaum aushalten.
Am letzten Abend gab es diese Einerseits-Andererseits-Übung. ... Ich fand das
ziemlich abgefahren, und selbst jetzt muss ich noch herzhaft und befreit lachen,
wenn ich daran denke.
Deborah, 33, Marketingplanerin
Tief beeindruckt hat mich die
Übung, in der jede und jeder von uns spontan zu jemandem hinging und dieser
ausgewählten Person eine Frage stellte. ... Ich merkte, dass es Menschen gibt,
die ein echtes Interesse an mir haben, ohne wenn und aber. Ich war zutiefst
gerührt. Innerlich begann ich zu weinen.
Sandra erzählte eines Abends ihr Geheimnis. Sie zeigte uns eine Kinderzeichnung
mit einer hellblauen Tasche darauf. Die Bedeutung dieser Tasche konnte ich nur
erahnen, wusste aber, dass es sich um etwas Riesiges und sehr Tiefes handelt.
Sie schilderte Ihre Gefühle zu ihrem verstorbenen Vater. Der Verlust ihres
Vaters geht Sandra noch heute sehr nahe.
Dies erinnerte mich an Erlebnisse mit meinem Vater. An
der Beerdigung meiner Grossmutter (Vaters Mutter) vor zwei Jahren umarmte er
mich wie ein Häufchen Elend und weinte bitterlich. Ich kann seine Umarmung
körperlich nachempfinden. Und ich erinnerte mich auch an das Erlebnis, als mein
Vater sich bei mir weinend dafür entschuldigte, dass er mich bisher für den Tod
von Boris, unserem Familienhund, verantwortlich gemacht hatte.
Ein „Narrensprung“ war die
Tatsache, dass ich überhaupt an diesem Janus-Seminar teilnahm. Ein anderer
„Narrensprung“ war mein Brief mit dem Vorwurf, dass niemand es bemerke, wie
schlecht es mir eigentlich gehe. Es fiel eine riesige Last von meinen Schultern
– ich konnte endlich sagen, was ich denke. Niemand verurteilte mich und niemand
bestrafte mich mit Liebesentzug. Das schriftliche Feedback einiger
Seminarteilnehmer war sogar sehr rührend und bewies mir echte Anteilnahme. Ein
weiterer „Narrensprung“ erfolgte auch im Traum, in welchem ich Herrn G. (unser
Geschäftsführer) alle Schande sagte und ihm unmissverständlich zu verstehen gab,
was zu tun und was zu lassen sei und dass ich unter KEINEN UMSTÄNDEN so
weiterarbeiten würde. Ich bebte vor Wut und Ärger und erwachte aus dem Traum
ganz schweissgebadet aber mit einem sehr befreiten Gefühl – das tat ungemein
gut!
Rahel, 24, Werbeassistentin
Das ganze Janus-Seminar war ein gigantisches Ereignis! Rückblickend fällt es mir
schwer, die unzähligen Erlebnisse und Augenblicke konkret in ihrer Wichtigkeit
zu werten. Alles was ich tat, sprach und fühlte, erlebte ich in einem gesamten
Kontext. Meine Gefühlsstimmung war während der ganzen Zeit völlig durchmischt. Diesen Gefühlsmix erlebte ich als
äusserst bereichernd.
Mark, 24, Designer
Einmal sah ich mich nach
einer Atemübung im Universum herum schweben. Ohne Astronautenausrüstung, mit
ganz normaler Kleidung, schwebte ich völlig losgelöst mit den Planeten um die
Wette, wie wenn ich selbst ein Teil des Universums gewesen wäre. Ich fühlte mich
absolut frei. Es gab keine höhere Mach oder jemanden, der mich lenkte, mir
Befehle erteilte oder gar Besitz von mir ergriffen hätte. Es gab nichts Höheres
als mich, aber auch nichts Untergeordnetes. Ich war das Göttliche und ein Nichts
zugleich. Genauso wie es die Planeten und die anderen Wesen auch waren. Alle
waren gleich hoch oder eben gleich tief. Es gab keine regierende,
kontrollierende, richtende Macht. Es war das Paradies, wo die Maus der Katze
Hallo sagt, der Gangster mit dem Polizisten eines kifft und wo der Richter mit
dem Angeklagten eine Frau namens „Justizia“ aufreisst.
Zwar bin ich Mark und kann über mich selbst entscheiden. Trotzdem bin ich noch
gefangen wie auf Alcatraz. Ich möchte ganz mich selbst sein, zu meinem
individuellen Ich kommen. Ich merke aber, dass es noch lange nicht soweit ist.
In vielen Momenten werde ich immer noch zu sehr hin- und her gerissen. Der Weg,
den ich gehen möchte, ist schwierig, lang und schmal. Bei der kleinsten Krise,
bzw. bei jedem Stein, der auf den Weg fällt, hinterfrage ich aber das Ganze,
laufe wieder zurück und irre somit dauernd hin und her. Somit bleibe ich stehen
oder gefangen wie in der Glaskugel.
Lisa, 28, Mutter einer
Tochter und Geschäftsführerin
„Kauderwelsch“-Uebung: Ich
konnte mir den ganzen Ärger, den Frust und die Sorgen von der Seele reden.
Danach musste ich weinen, was gut tat, und ich fühlte mich nach dieser Übung
richtig frei und glücklich, es kehrte ein innerer Frieden ein.
„12-7-12-7“-Uebung: David ist mir während dieser Übung absolut nahe gekommen und
ich hätte ihn am liebsten umarmt, getraute mich aber nicht. Ich empfinde nun
Ralph gegenüber Gefühle, die ich vorher noch nie gekannt habe, er ist für mich
wie ein Bruder oder ein ganz spezieller Freund.
Sabrina
Die Übung mit Monika war
faszinierend, ich hatte das Gefühl, mit ihr eins zu sein, weil wir im selben
Rhythmus atmeten und ich die Kraft der Verbundenheit spürte. Dank der Übung mit
Jürg konnte ich vieles tief in mir lösen oder besser gesagt: ausstossen. Bei der
Übung mit Rita und Sandro schloss ich die Augen und war einfach weg. Es war so,
als würden sie mich wirklich gut kennen. Alles, was sie sagten, war richtig. Ein
wunderschönes Gefühl ...
Seit dem Janus-Seminar lasse ich die Probleme der andern nicht mehr zu nahe an
mich heran. Ich habe eine Schutzwand um mich aufgebaut. Ich weiss nun immer, wie
weit weg das schwarze Loch ist, und ich kann besser steuern, wie weit weg es
bleiben soll. ... Ich konnte die Kraft der andern spüren und auch die ruhige
Atmosphäre, in der man keine Angst haben muss, sich offen zu zeigen.
Michael, 42, Marketingleiter
Die Gruppenarbeit war für
mich ein Schlüsselerlebnis. Gruppenarbeit stärkt. Die Arbeit hat in mir
altbekannte Verlustängste wachgerufen. Ich möchte daran arbeiten und meine
unnötigen Schuldgefühle niederlegen. Ich will endlich zu mir stehen und mich im
richtigen Moment einbringen können.
Es ist mir auch bewusst
geworden, dass ich meine Bedürfnisse und Fantasien regelmässig unterdrücke, um
meine Partnerin nicht zu verletzen. Ich ging aufs Ganze, mit der Konsequenz,
dass man mich nicht verstehen wird. Auch da will ich mich besser kennenlernen.
Was ist denn normal und was ist nicht mehr normal oder primitiv. Ich mag nicht
mehr, dass man mir die Moral ständig diktiert. ... Ich will endlich leben.
Noelle, Kaufm. Angestellte und Mutter einer Tochter
Ich habe erlebt, manchmal
beim Zuhören und manchmal beim Ausführen einer Übung, dass ich mir sehr nahe
sein kann, sozusagen in mir selbst ruhend. Dies waren bei mir vor allem die
Aha-Erlebnisse, da ich als total aufgelöstes Nervenbündel an diesem Seminar
teilnahm.
Die meisten Übungen, in welchen wir uns an den Händen hielten oder einfach nahe
waren, taten mir gut. Es war wahrscheinlich eine Form der Erlösung meiner
Einsamkeit, von der ganz einfach niemand etwas weiss. Während des ganzen
Seminars fühlte ich mich oft aufgewühlt und doch sehr geborgen. Ich habe kein
einziges Mal gefehlt, was bei mir ziemlich viel bedeutet.
Auf jeden Fall bereue ich es nicht. Schon nur teilgenommen zu haben war ein
Sprung und die vielen positiven Gefühle und das Zusammengehörigkeitsgefühl durch
die Seminarstunden möchte ich nicht missen. Die anderen Teilnehmerinnen und
Teilnehmer waren Herausforderung, Unterstützung und Aufrichtigkeit zugleich.
Danke, dass ich Teil sein durfte!
Cornelia, 34, PR-Assistentin
Die Übung mit Kurt war für
mich ein grosses Erlebnis. Ich fühlte riesige Schmerzen in mir. Schmerzen,
welche sich über Jahre hinweg in mir gestaut haben und einfach nicht aus mir
herausgekommen sind. Nicht mal während dieser Übung konnte ich Schreien über die
Leiden, welche ich in mir trage. Das habe ich als eindrückliches Erlebnis
empfunden. Endlich habe ich bewusst erlebt, was es heisst, mein Inneres nicht
nach aussen kehren zu können. ... Diese eigentlich einfache Übung hat bei mir
eine grosse Palette von Gefühlen ausgelöst, vom Schmerz bis zum Glücksempfinden.
Deshalb war sie für mich so wertvoll.
Erst dachte ich, die „Hüpfübung“ kann ja gar nicht so tief gehen. Innerlich
weigerte ich mich aber trotzdem mitzumachen und wartete bis zum Schluss, in der
Hoffnung, die Zeit wäre für meine „Hüpferei“ zu knapp. Die Übung verursachte mir
Schmerzen. Wieder einmal mehr in der Bauchgegend. Was dann mit mir passierte,
weiss ich nicht. Ich weiss einfach, dass da Sachen in mir sind, welche ich nicht
kenne. Und das macht mich sehr unsicher und verletzlich.
Caroline, 34, Werbeberaterin
Die Übung vom ersten
Seminarabend empfand ich als ziemlich herausfordernd. Ich fühlte mich nicht ganz
wohl. Beim Nachdenken darüber merkte ich aber, dass ich diese Übung zu einem
späteren Zeitpunkt gerne nochmals gemacht und mich darauf gefreut hätte.
Laura, 32, Informatikerin
Ich habe in der Gruppe von
einem Erlebnis erzählt, das ich zuvor erst fünf Leuten erzählt habe. Das ist mir
schwer gefallen, und doch war es befreiend, es einfach zu sagen. Schön war es,
dass niemand die Nase gerümpft hat. Beim Erzählen hat es in meinem Bauch und
Magen gekniffen, es hat wehgetan. Ich musste mich überwinden. Dann war es so,
als ob die Wunde offen liege und ich habe mich gefreut, dass niemand Salz hinein
geworfen hat.