Entwicklung
Estés, Clarissa P. (1997). Die Wolfsfrau. Die
Kraft der weiblichen Urinstinkte.
München: Heyne.
Das Buch "Die Wolfsfrau" ist 1992
erschienen und seither ein Bestseller. Es handelt sich hier um ein Buch, das ich
schon zahlreichen Frauen (und auch Männern!) empfohlen habe.
Die Verfasserin, C. P. Estés, jungianische
Psychoanalytikerin mit Doktortitel in ethnoklinischer Psychologie
, vertritt den
Standpunkt, dass eine Frau nur stark, gesund, kreativ, "heil" und glücklich
sein kann, wenn sie zu den Wurzeln ihrer instinktiven Natur zurückfindet - zur
"Wolfsfrau", - der wilden, ungezähmten Urfrau in ihr.
Das wunderbare Buch ist erschienen im Heyne
Verlag München. Mittlerweile als Taschenbuch erhältlich.
Für
Online-Bestellungen siehe entsprechende Links auf der Seite "Wertvolle
Links".
Miller, Alice (1979). Das Drama des begabten Kindes
und die Suche nach dem wahren Selbst. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag.
Myriam hat dieses Buch mehrmals gelesen und einen sehr
persönlichen und berührenden Lese- und Erfahrungsbericht dazu geschrieben. Sie
beginnt mit einem Zitat aus dem Buch, das ich allen wärmstens empfehlen kann:
„Wir ertragen als Erwachsene das Unerträgliche nur so lange, wie wir uns
fürchten zu sehen, dass – und wie – wir als Kinder gezwungen wurden, das
Unerträgliche zu ertragen, diesen Zwang als Hilfe ansehen und uns daran zu
klammern. Wenn wir die Wahrheit unserer Kindheitssituation zu sehen wagen,
kommen wir leichter in die Lage, unser Leben frei von inneren Zwängen zu
gestalten.“
Meine täglichen körperlichen Beschwerden wurden Woche für Woche unerträglicher.
Ein von Schmerzen und Verzweiflung geprägter Alltag liess mich stetig nach der
Behebung dieser Qual suchen. Im Finden der genau richtigen Diagnose oder der
bestimmten Therapie glaubte ich Erlösung zu finden. Was ich aber auch versuchte,
der Schmerz blieb.
Im letzten Winter bin ich - ohne zu suchen - auf die so genannte Nadel im
Heuhaufen gestossen: Ein Buch! Für mich jedoch keine von den Lektüren, wie ich
sie zu hunderten schon kenne, kein Ratgeber, keine Wegweisung, sondern ein
Spiegel. In keinem Buch hatte ich je gefunden, was ich beim Lesen Abschnitt für
Abschnitt vermittelt bekam. Es war, als würde sich vor meinen Augen ein heller
Horizont eröffnen, ein sonnig warmes, tiefblaues Firmament. Ein Gefühl von
erlösender Erleichterung ergriff mich, und ich wusste mit Gewissheit, dass ich
im Gelesenen einen Schlüssel gefunden habe, der mir helfen wird, mich aus meiner
Ohnmacht zu befreien. Ich befand mich in einem Zustand von Glückstaumel, denn so
kann sich nur Wahrheit anfühlen, das weiss jedes Kind. Ich spürte, dass ich an
diesem Nachmittag in mein „Tal der Tränen“ vordringen konnte. Und bekanntlich
liegt ja im Tal der Tränen auch Gold.
Ich wusste plötzlich, was mich plagt und verrückt gemacht hat. Seite für Seite
wurde es mir dokumentiert. Meine Nadel – ich fand sie in mir selbst, indem ich
bereit dazu war, den „Blick in den Spiegel“ zu wagen. Dieser erste Schritt ist
zwar noch nicht die Befreiung, er kann jedoch ein energievoller Anfang eines
langen Prozesses der Erkenntnis sein. Ich begann, Dinge wahrzunehmen, die ich
bisher abwürgte, nämlich all die verdrängten Sehnsüchte, Verletzungen,
Enttäuschungen und Ängste meiner Kindheit.
Die Tatsache, dass mir noch vor einigen Monaten das Wissen über die Existenz
dieser unterdrückten Gefühle völlig fehlte, lässt mich heute manchmal befremdet
staunen, vor allem aber erfüllt sie mich mit tiefem Mitgefühl und Verständnis
für mich selbst und für alle Wesen dieser Welt. Ich spüre, wie ich meine
Leichtigkeit und ein grosses Stück Lebensfreude wieder finde. Es geht darum, die
Wahrheit zu erfahren, und die Wahrheit ist nicht immer angenehm.
Mittlerweile ist seit meinem erstmaligen Lesen ein halbes Jahr verstrichen. Ich
habe gesehen, dass es keine Befreiung von Symptomen gibt, ohne die Trauer um
vergangen Schmerz nochmals zu durchleben, ein nur intellektuelles
Zur-Kenntnis-Nehmen reicht nicht. Der emotionale Zugang zu früheren Erlebnissen
und vergessenen Gefühlen hilft mir, das in einer entscheidenden Zeit Vermisste
zu erkennen, aber erst das Betrauern führt zur gesunden Vernarbung der offenen
Wunde.
Kast, Verena (2000). Vom Sinn der Angst. Wie Ängste
sich festsetzen und wie sie sich verwandeln lassen. Freiburg: Herder.
Petra, eine Klientin mit äusserst bedrohlichen
Angsterlebnissen und heftigsten Panikattacken, entdeckte unter anderem das Buch
von Verena Kast. Auf meine Bitte, mir über die Lese-Erlebnisse einen Bericht zu
schreiben, hat mir Petra den folgenden Text gebracht. Einerseits verweist er auf
das empfehlenswerte Buch, andererseits gibt er einen tiefen Einblick in die
grossen Beeinträchtigungen, welche das Leben dieser Frau jahrelang beherrscht
haben und die inzwischen weitgehend verarbeitet und aufgelöst sind.
Ich war aufgrund meiner Angst- und Panikattacken (sie traten während des Essens
mit anderen Leuten auf und waren in der Regel mit einem starken Zittern der
Hände verbunden), bereits seit drei Jahren in therapeutischer Behandlung, als
ich Verena Kasts Buch „Vom Sinn der Angst“ entdeckte.
Ich hatte in den drei Jahren zwar schon viele Puzzle-Teile meiner
Lebensgeschichte aufgearbeitet und zusammengesetzt, jedoch verstand ich nicht,
warum etwas in mir jeweils vor einem Essen mit anderen Leuten die Ängste magisch
herbei beschwor. Ich verstand aber auch nicht, warum ich nervös wurde, wenn sich
das vertraute Muster aus physischen (Herzrasen, Schwindel, Kopf- und Bauchweh)
und psychischen (Todesangst, Gefühle von völliger Schutzlosigkeit, von
Ausgeliefertsein, von völliger Minder- und Wertlosigkeit und das Gefühl nicht
richtig zu sein) Gefühlen und Empfindungen nicht einstellte.
Ich fühlte mich dann jedes Mal bedroht und war überzeugt, dass die absolute
Katastrophe während des Essens eintreten würde, wobei ich bis heute nicht sagen
kann, was diese Katastrophe genau sein sollte. Jedoch war in der Regel die Angst
spätestens während des Essens unerträglich und - so unlogisch das klingt -
irgendwie war ich im Nachhinein beruhigt, wenn das vertraute Muster auftrat,
wobei die ganze Situation während des Essens für mich kaum auszuhalten war.
Verena Kast zeigt in ihrem Buch
anschaulich die Ursachen der Entstehung von Ängsten auf, wie diese Ängste sich
festsetzen, unbewusst ein Eigenleben zu führen beginnen und somit das Leben, die
Verhaltensweisen und das Denken eines Menschen bestimmen. Sie zeigt aber auch
Lösungswege auf, wie sich diese Ängste auflösen lassen, indem man sie bewusst
macht, sich ihnen stellt und sie nicht mehr verdrängt und abwehrt. Sie zeigt
auf, wie sich diese Ängste konstruktiv verwenden lassen, so dass wir wieder
Zugang zu unseren Gefühlen und zu uns selbst finden.
Ich möchte nun einen Aspekt des Buches exemplarisch herausheben, der für mich und
meine Lebensgeschichte eine zentrale Bedeutung hat. Es geht um das Loslösen vom
Elternhaus. Sie schreibt „Die Trennungsaggression, die zu unserer Entwicklung
gehört, ist zwar vorhanden, darf aber nicht zugelassen werden. Sie wird als
Aggression gegen sich selbst gewandt, indem man sich nicht gut findet, sich
entwertet und sich schuldig fühlt“. Dieser Aspekt spielt in meinem Leben eine
sehr grosse Rolle. Meine Eltern haben stets meine Persönlichkeit, meine
Handlungen und Einstellungen in Frage gestellt, kritisiert und gemindert. All
dies machen sie, um die Oberhand über mich zu behalten, aber auch, weil sie sich
selbst wahrscheinlich nicht achten. Heute glaube ich die Ursachen für den Sinn
meiner Ängste zu kennen:
Erstens helfen sie mir, mein Ich wenigstens noch im Ansatz zu spüren, wenn ich
mit anderen Leuten esse. Ich habe in solchen Situationen nämlich dann oft das
Gefühl, meine Existenz und meine Persönlichkeit ständen vor der Auflösung. Ich
fühle mich dann durchsichtig, gar nicht vorhanden. Zweitens sind die Ängste
meine Art, nicht erwachsen werden zu müssen. Ich kann mich dadurch dem Druck der
Erwachsenenwelt sowie der Vergänglichkeit entziehen, indem ich mich abwerte,
kleiner mache und als wertlos und minderwertig erachte. Auf diese Weise bewahre
ich mir auch ein Stück – wenn auch unechter – Geborgenheit meiner Kindheit.
Drittens verhindern die Ängste, dass ich allzu „übermütig“ werde. Durch sie
behalte ich die Kontrolle und gehe nicht gedankenlos und unbeschwert auf die
Umwelt zu.
Cameron, Julia (2000). Der Weg des Künstlers. Ein
spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität. München: Knaur.
Julia Cameron hat ein Buch geschrieben, das sich sehr
gut eignet, den Entwicklungsprozess auch ausserhalb der individuellen Sitzungen
bei mir in der Praxis zu unterstützen und zu fördern. Es gab eine Zeit, da war
ich selber richtig verliebt in dieses Buch. Mehrere Klientinnen und Klienten
habe damit gearbeitet, so auch Sabine. Sie schreibt über ihren disziplinierten
Arbeitsprozess, den ich mit viel Interesse verfolgt habe, folgendes:
Mein Eindruck von „Der Weg des Künstlers“
Als mir das erste Mal von diesem Buch erzählt wurde, hörte es sich schwerfällig
und unbequem an. Und es fühlte sich für mich auch etwas bedrohlich an. Meine
ersten Gedanken waren: Muss ich da Dinge verrichten, die gegen meinen Willen
sind? Muss ich Aufgaben erledigen, die einem fast den Atem nehmen?
Schlussendlich habe ich mir das Buch zugetan und mich vorsichtig an die ersten
Seiten herangewagt. Neugierig, aber doch sehr behutsam, habe ich die ersten
Seiten durchgelesen, einige Themen durchgeblättert, sowie ein paar Aufgaben
wachsam angeschaut. Schliesslich wollte ich mich nicht auf einen vagen Pfad
begeben und nicht wissen, was mich erwartet. Als ich dann merkte, um was es geht
und ich keine Aufgaben erledigen musste, die ich mit zu grosser Angst zu
verrichten hatte, hab ich definitiv beschlossen, dieses Buch in Angriff zu
nehmen.
Rückblickend kann ich nur sagen: Zum Glück wurde mir dieses Buch empfohlen, es
hat mir sehr gut getan. Das Durcharbeiten einzelner Aufgaben hat mich teilweise
an Grenzen gebracht, die ich von mir bis anhin nicht gekannt hatte. Ich musste
mich mit Themen auseinandersetzen, die ich selber vorher nie in Frage gestellt
hatte. Bereiche, in denen ich mich sicher bewegte und auch kannte, wurden durch
das Buch hinterfragt. Auch die im Buch gestellten Aufgaben, die ich als einfach
einstufte, zeigten sich manchmal als schmerzhaft, wenn totale Ehrlichkeit
gefragt war. Das Buch konnte mich aber auch in Rage und Wut versetzen,
vorwiegend bei Themen, die ich bis anhin auf die leichte Schulter genommen
hatte. Zudem wird einem bewusst, dass man zwar aus Gewohntem ausbrechen will,
bis anhin, aber nie den Mut dazu aufgebracht hat.
Während den 3 Monaten Arbeitszeit wurde mir die eigene Aufrichtigkeit und
Ehrlichkeit vor Augen geführt. Man darf aber auch während dieser
Entdeckungsreise auch etwas stolz auf sich sein, denn während diesen
arbeitsintensiven Wochen, erfährt man eine bewegte Zeit. Es waren schöne und
intensive Momente, in denen man sich wieder mal selber etwas näher kommt und
neue Seiten an sich entdeckt. Natürlich zogen in dieser Zeit auch dunkle Wolken
auf, die manchmal nicht so einfach wieder verschwinden wollten.
Mich hat dieses Buch eine Spur reifer und ehrlicher gemacht und ich gehe auch
sonst etwas vorsichtiger mit mir um. Auf jeden Fall kann ich dieses Buch mit
guten Gewissen weiter empfehlen.
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